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françois villon
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Wir wollen dem Betrachter die Möglichkeit geben, sich mit dem Werk Villons und unseren Interpretationen auseinanderzusetzen. Dabei nutzen wir klassische wie experimentelle und eigene Übersetzungen. Dabei
entdeckten wir, dass Villon durchaus nicht nur der Romantiker mit den betörenden Liebesworten war, sondern auch ein Macho seiner Zeit, ein Dieb und Poet. In verschiedenen Inszenierungen,
die alle auf ihre eigene Art aus unterschiedlichen Blickwinkeln Villon betrachten, versuchen wir Wege der Interpretation.
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„Die meisten haben wenig Hirn, dafür ein kapitales Brett vor ihrer Stirn.” (François Villon)
Der Rauf- und Saufbold, Dieb und hochbegabte Poet, um 1431 in Paris geboren, benutzte die vorgegebenen lyrischen Formen seiner Zeit, um vor allem die recht gekünstelten Strophenformen der Rhétoriqueurs,
zum Ausdruck seiner eigenen, in ihrer ungewohnten Intimität ergreifenden Auseinandersetzung mit dem Leben. Immer wieder sprach er demütig-selbstironisch von sich, mit bösem Spott von seinen
Feinden, voller Zärtlichkeit von der Mutter und geradezu fromm von der göttlichen Gnade, die er, der sich so sehr vor dem Tod ängstigte, auf sich herabflehte.
In einer derben, oft kaltschnäuzigen Weise, meist mit unverhohlener Sympathie, gestaltete er in seinen Balladen das Treiben des Gelichters in der Gosse, das er so gut kannte, und verschmähte auch nicht den
Wortschatz der Gauner und des fahrenden Volkes. Einige dieser Balladen hat er in sein kunstvoll gereimtes Hauptwerk "Le Grand Testament" eingebettet (1489 erschienen, 1532 Neuausgabe von C. Marot).
Villon erwarb 1452 den Magistergrad an der Universität, führte aber als Mitglied einer Gaunerbande ein höchst unkonventionelles Leben. 1462 wurde er wegen zahlreicher Straftaten zum Tode verurteilt, später
wurde die Strafe zu zehn Jahren Verbannung aus Paris abgeändert. Danach verlor sich seine Spur; irgendwann zwischen 1463 und 1480 ist er gestorben.
In der Literatur des späten Mittelalters nimmt die Dichtung des François Villon eine Ausnahmestellung ein, in seiner unverwechselbaren Art ist er ein genialer Nachfahre der Troubadoure des 12. und 13.
Jahrhunderts. Seine Lyrik ist gleichzeitig von kritischer Frömmigkeit und von überschäumender Lebenslust gekennzeichnet. In die Trauer um die Vergänglichkeit mischt sich das Lob irdischer Begierde.
Er nimmt kein Blatt vor den Mund und nennt die Dinge beim Namen. In seiner Direktheit spricht er auch heute noch den Menschen des elektronischen Zeitalters an. Liest man seine Lieder und Balladen,
vergißt man, dass sie vor fünfhundert Jahren geschrieben wurden.
Villon-Projekte
Weitere Informationen zu den einzelnen Projekten
finden Sie auf den entsprechenden Seiten.
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Presseauszüge
Explosive Mischung aus Liebe und grausamer Realität"... Eine Explosive Mischung aus Liebe und grausamer Realität. Im Mittelpunkt steht Francois Villon, der Dichter. Sein Leben, seine
Gefühle, seine Gedanken durchziehen das Stück wie Äste eine dichte Baumkrone. Textpassagen ... umranken die Struktur, durchbrechen den erzählenden Charakter, geben Dynamik und Impulse. Erotisch, wie die
Flammen der Leidenschaft, ... temporeiche, kokettierende Sentenzen verkörpern die Glut der Jugend. Fast kommentierend, philosophierend, fügen sich Textpassagen des Vagabunden ein, der durch die Lande
zieht und den Menschen von Liebe, Lust und Leidenschaft erzählt. Von den Höhenflügen heißester Gefühle und den bitteren Stunden, die fast naturgesetzmäßig folgen, wenn der Zauber zerbricht.
Dazwischen Ausschnitte aus dem Leben einer Hure, die gnadenlos Revue passieren lässt, was die kühnen Sprünge ungezügelter Leidenschaft im Laufe der
Jahre aus ihrem Körper, ihrem Leben gemacht haben. Allgegenwärtig der Tod, der Verfall, das Grauen: als szenische Finesse eingeflochten in Form einer steinalten, zusammengesunkenen Frau, die Grabesluft
zu umwehen scheint. Das ganze Szenario spielt vor sprechender Kulisse: Tief schwarzer Vorhang, ein feuerrotes Banner im Mittelbereich, ein Galgen und die große Pforte zum Bordell. Die Essenz verkörpert
der Dichter, dessen Leben zwischen den Polen brennenden Verlangens, glühender Liebe und marterndem Hunger spielt. Der schließlich am Galgen verreckt, ein jämmerlicher Tod, ein grausiges Ende. Das
Publikum honorierte die Aufführung mit tosendem Beifall..." WAZ Das wilde Leben des Villon
"...Das wilde Leben des Francois Villon - Applaus für gelungene Darstellung einer zerrissenen Persönlichkeit. Poet, Dieb und Zuhälter - einen Einblick in das wilde Leben des Francois Villon bot die
szenische Collage "Ich kenne alles, nur mich selbst nicht" nach Texten des Dichters. Mit der Aufführung des Solinger Ensembles "theater&mehr" am Freitagabend endete das
Begleitprogramm zur VHS-Kunstausstellung "StückWerken" im Stadtmuseum. Jörg Pauli und Margret Neu nahmen die Zuschauer mit auf eine Zeitreise ins Frankreich des 15. Jahrhunderts. Die beiden
Darsteller glänzten in wechselden mittelalterlichen Kostümen. Während sich die Darsteller hinter der Bühne umzogen, machte zeitgenössische Musik vom Band die Illusion vom Mittelalter komplett. Pauli
verkörperte den Dichter Villon, der sich als Mitglied einer Gaunerbande durchschlug, in seiner ganzen Zerrissenheit - ob als verliebter Romantiker oder als Zuhälter, der seine Freundin anschaffen
schickt. Und sie verprügelt und mit drastischen Worten erniedrigt, weil sie nicht genug Geld mit nach Hause bringt. Margret Neu glänzte in den Rollen der verschiedenen Frauen, die dem Dichter begegnet
sein mögen - Geliebte, betende Mutter oder gebrochene, zerlumpte alte Frau. Zusammengefügt könnten die Rollen auch den bitteren Lebensweg einer einzelnen Frau ergeben. Außerdem sorgte Neu als Erzählerin
für die Verbindung der einzelnen, spotartigen Szenen. Und begleitete den Lebensweg Villons bis an den Galgen. "Ich kenne alles, nur mich selbst nicht", stellte Pauli/Villon am Ende in
zerrissenen Kleidern und mit einem Strick um den Hals fest. Mit langanhaltendem Beifall belohnten die Zuschauer eine gelungene Aufführung...". WAZ Facettenreiche szenische Collage"...Jörg Pauli und Margret Neu brachten eine in sich geschlossene szenische Darstellung auf die Bühne und zeigen Villon in
ihrer ganz eigenen Interpretation - als verliebten Romantiker und Macho seiner Zeit, als Dieb und Poeten. Während die Zuschauer am Anfang einige Minuten brauchten, sich an die Sprache des 15.
Jahrhunderts zu gewöhnen, wurde es in der Mitte des Stücks und zum Ende hin zunehmend leichter ihnen zu folgen - nicht zuletzt auch, weil die beiden Schauspieler ihre Rollen sehr authentisch und
überzeugend verkörperten. So vielfältig wie die mittelalterlichen Gewänder und Kostüme, die Jörg Pauli und Margret Neu trugen, so facettenreich spielten sie die szenische Collage. Das Publikum
belohnte das Duo mit langanhaltendem Applaus für die gelungene Aufführung - zu Recht ..." WAZ Derbe Texte über die Liebe“...dort, wo im Mittelalter sonst rührende
Minnelieder für gnädige Fräuleins geträllert wurden, da sang Villon eher derbe Texte und vergraulte Klerus und Staat ... Heute kennt man Villon zeitgenössisch von Brecht, Dylan oder Kinski und auch die
Darbietung von von Neu/Pauli mutete zeitweise höchst zeitgenössisch an. Da geht es um die Liebe und Leidenschaft, um Enttäuschung und Verbitterung. Manchmal möchte man Villon schlagen für die
Abscheulichkeiten, die er von sich lässt. Selbst von einer Frau enntäuscht, nutzt er das weibliche Geschlecht nur noch aus, spottet, rast. Dann ist er wieder zärtlich und liebevoll, nachdenklich, traurig
... Doch egal, welche Gemütslage gerade vorherrscht, Jörg Pauli vermag sie alle hervorragend darzustellen...” KR |
Zuschauermeinungen
"Dank für die gute Zusammenarbeit. Ihre Aufführung trug wesentlich dazu bei, dass die Ausstellung eine runde Sache war." Museum Schloß Hardenberg
"Das Stück wird mir unvergessen bleiben."
"Viele schöne Worte und Gesichter - Prima!"
"Es war super spannend und überraschend!"
"Es war beeindruckend!"
"Toll, beeindruckend, ausdrucksstark. Bezüge zu heute erlaubt. Danke!"
"Habe Villon vor 20 Jahren gelesen - und morgen nochmal. Klasse!"
"Die Darsteller waren grandios, großartig. Besser geht’s nicht!"
"Danke, danke für den tollen Abend!"
"Fantastische Vorstellung!"
"Alte Frauen sind beeindruckend, gehen unter die Haut, machen Angst und sind beruhigend."
"Kompliment für diesen eindrucksvollen Theaterabend."
"Wie viele Zuschauer kam auch ich über Klaus Kinski zu Villon. Ihre Umsetzung allerdings in Form des Kammerspiels zeigt eindrucksvoll eine andere, viel weitere Facette. Es hat mir sehr gut gefallen.
Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Arbeit!"
"Schauspielerisch sehr gut. Gute Verwandlungskunst in die einzelnen Rollen. Danke für das Spiel!"
"Es hat mir einen großen Genuß bereitet."
"War klasse!"
"Ein großes ‘merci’ Euch beiden für diese eindrucksvolle Schilderung - Verkörperung - Riechung - Schmeckung - Fühlung des François und seinen Weibern! Bravo!"
"Ein von Intensität und starken Gefühlen geprägter Abend. Bravo!"
"Francois Villon, wie ich ihn noch nie so kannte und wahrscheinlich nicht wieder so sehen und hören werde. Das war professionell!"
"Beeindruckend, begeisternd , brisant- einfach spitze!"
"Bin schwer beeindruckt."
"Trotz widriger Umstände hervorragend und ausdrucksstark."
"Schöne Texte, wunderbar dargebracht. Hoffentlich erneut zu sehen."
"Hervorragend und ausdrucksstark."
"Durch Euch habe ich ein neues Bild der Frau bei Villon entdeckt. Danke."
"Das war Francois Villon, nicht gespielt, sondern gelebt!"
"Eine große Darbietung hautnah erlebt, facettenreiches Leben im Spiegel, Wandlung, Schauer des Todes im Spiel erfahren, Danke."
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