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eine gestalt im steinbruch
Ich, höchst beliebt, verschrien bei jedermann.“ (François Villon) Kunst in einem alten Steinbruch mag auf den ersten Blick befremdlich wirken. Doch auf den zweiten Blick erscheint es uns stimmig zu sein. Die Natur als Ausstellungsraum zu nutzen, birgt weit mehr Kunst als unser Auge zu erfassen vermag. Und Villon gehört in die Natur. Dort finden wir ihn und auch viele seiner Texte nutzen Stimmungen der Natur. Deshalb fand das Villon-Projekt im renaturierten Steinbruch der Spinnerei Braun und Brudes in Leichlingen statt. Villons Gesamtwerk ist mit etwa 3300 Versen relativ schmal. Formal eher schlicht und konventionell, beeindruckt es vor allem durch die ungewöhnliche Prägnanz, Lebendigkeit und Ausdruckskraft seiner Sprache und Bilder. Da Villons Texte allesamt prekäre Momente oder Krisenphasen einer bewegten Existenz verarbeiten und den Eindruck einer starken persönlichen Betroffenheit des Autors vermitteln, sprechen sie auch heutige Leser noch an. Villon gilt zu Recht als einer der besten mittelalterlichen Lyriker Frankreichs. Doch unsere Kenntnisse aus Villons Leben sind leider nur bruchstückhaft und ungleichmäßig. Sie stammen erstens aus sechs erhaltenen Pariser Dokumenten, die Villon in Zusammenhang mit Straftaten erwähnen, zweitens aus einer Sammelhandschrift des Herzogs und Lyrikers Charles d'Orléans (1394 -1465) und drittens und vor allem aus Informationen Villons selbst, die direkt oder indirekt entnehmbar sind aus dem Testament, seinem Hauptwerk.
Was sonst im Steinbruch los war und welche Künstler ihre Objekte ausgestellt haben, finden Sie unter der Seite der Spinnerei Braun & Brudes.
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