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erdbeermund
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“Erdbeermund” StageArt zeigte in Kooperation mit Die Tanzetage, theater&mehr und Accenti die Premiere "Erdbeermund", eine "explosive Mischung aus Liebe und
grausamer Realität”, wie die WAZ berichtete, mit Schauspielern, Tänzern und Musikern zur Liebe, Lust und Leidenschaft des François Villon in Castrop-Rauxel.
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“...eine kleine Liebesballade, gedichtet für Jeanne C. de Quée.“ (François Villon)
Im Sommer war das Gras so tief, dass jeder Wind daran vorüberlief. Ich habe da dein Blut gespürt und wie es heiß zu mir herüberrann. Du hast nur meine Stirn berührt,
da schmolz er auch schon hin, der harte Mann, weil‘s solche Liebe nicht tagtäglich gibt ... Ich hab mich in dein rotes Haar verliebt.
Im Feld den ganzen Sommer war
der Mond so rot nicht wie dein Haar. Jetzt wird es abgemäht, das Gras, die bunten Blumen welken auch dahin. Und wenn der rote Mond so blaß geworden ist, dann hat es keinen Sinn,
dass es noch weiße Wolken gibt ... Ich hab mich in dein rotes Haar verliebt.
Du sagst, dass es bald Kinder gibt, wenn man sich in dein rotes Haar verliebt, so rot wie Mohn, so weiß wie Schnee.
Im Herbst, mein Lieb, da kehren viele Kinder ein, warum soll‘s auch bei uns nicht sein? Du bleibst im Winter auch mein rotes Reh und wenn es hundert schönere gibt ...
Ich hab mich in dein rotes Haar verliebt.
Villon, Kinski und die Erdbeeren
Wenn Klaus Kinski mit François Villon wild nach einem "Erdbeermund" schreit und John Lennon von Erdbeerfeldern
halluziniert, dann ist das metaphorische Spektrum der Frucht erst einmal abgesteckt zwischen Berauschung an der Realität und Flucht vor derselben. Neben Umschreibungen für
fleischliche Lust gebar das symbolträchtige Rosengewächs der Gattung "Fragaria" auch Metaphern für fleischliches Leid: In grauen Vorzeiten triefte die blutrote Erdbeere vor
Symbolik für das vergossene Blut Christi und der Märtyrer. Die vollreife Frucht konnte aber auch auf die "Blutsreife'" einer jungen Frau zu Ehe und Mutterschaft deuten.
Bedeutungsschwanger bei allen Vorzügen zum Boden geneigt wurde die Erdbeere im Mittelalter schließlich als Sinnbild edler Demut und Bescheidenheit hochgehalten.
Und weiter: "Fast kommentierend, philosophierend, fügen sich Textpassagen des Vagabunden ein, der durch die Lande zieht und den Menschen von Liebe, Lust und Leidenschaft erzählt. Von den
Höhenflügen heißester Gefühle und den bitteren Stunden, die fast naturgesetzmäßig folgen, wenn der Zauber zerbricht. Dazwischen Ausschnitte aus dem Leben einer Hure, die gnadenlos Revue passieren
lässt, was die kühnen Sprünge ungezügelter Leidenschaft im Laufe der Jahre aus ihrem Körper, ihrem Leben gemacht haben. Allgegenwärtig der Tod, der Verfall, das Grauen: als szenische Finesse
eingeflochten in Form einer steinalten, zusammengesunkenen Frau, die Grabesluft zu umwehen scheint.
Das ganze Szenario spielt vor sprechender Kulisse: Tief schwarzer Vorhang, ein feuerrotes Banner im Mittelbereich,
ein Galgen und die große Pforte zum Bordell. Die Essenz verkörpert der Dichter, dessen Leben zwischen den Polen brennenden Verlangens, glühender Liebe und marterndem
Hunger spielt. Der schließlich am Galgen verreckt, ein jämmerlicher Tod, ein grausiges Ende. Das Publikum honorierte die Aufführung mit tosendem Beifall."
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