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bitterstücke 2000 - 2004
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Nachfolgend ein paar Informationen zu den Stationen des Ensembles und seinen Stücken.
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„Theater ist nur dann gut, wenn es uns nervös macht.“ (George Tabori)
Theater soll als öffentlicher Ort erfahrbar werden, der Raum und
Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit eigenen und fremden Interessen bietet, Probleme, Freuden und Sehnsüchte aufgreift und thematisiert.
"In der Kultur findet das Schöne statt, für das in der harten Realität kein Platz ist." so die landläufige Meinung. Ensemble Bitter hält dagegen:
Nicht platte Unterhaltung und Ablenkung ist gefragt, sondern Theater als Ort der öffentlichen Auseinandersetzung mit der vorhandenen Lebenswelt, mit eigenen und fremden Interessen.
Ohne erhobenen Zeigefinger, ohne dogmatische Richtungsangabe fördert und fordert das Ensemble, sich die Welt erfahrbar zu machen und zu gestalten.
Das Geschehene auf der Bühne bleibt nie harmlos, denn lebendiges Theater provoziert. Spielweise und Stil weisen stets über das Normale und Alltägliche hinaus, erregen die Gemüter und wühlen Emotionen
auf. Das macht Theater so anziehend.
"...das Ganze noch mal von vorn!" (K)ein politisches Kabarett
Und wieder versuchte sich das Ensemble am Kabarett.
A - Der Apfel fällt nicht weit vom Gaul, der Arbeitslose gilt als faul. B – Den Bimbes nimmt man gern zur Hand, Barspender bleiben unbenannt. C - Der Cartoonist mag keinen Schmuh, im Gegensatz zur CDU.
D – Der Deifi holt den Dyba heim, den Detlef tut das wirklich freun. E - Europa ist noch nicht ganz warm, der Euro macht uns jetzt schon arm.
F - Das Fallobst ist nicht sehr begehrt, die Frau gehört jetzt an den Herd. G – Die Greencard ist 'ne Reiseart, die manchem Gast den Tod erspart.
H – Die Hannelore ist ganz Ohr, der Helmut schweigt uns gern was vor. I – Die Industrie bildet nicht aus, holt Inder sich ganz gern ins Haus.
J – Der Juppie in höh're Sphären steigt, ach, käm die Concorde doch auch so weit. K – Die Kirche steckt ganz tief im Loch, denn die Vergangenheit kommt hoch.
L – Land auf, Land ab wird viel gelogen, auch Lambsdorff hat uns oft betrogen. M – Manch Mädchen bringt uns Wohlbehagen, von Merkel kann man das nicht sagen.
N – Die NeoNazis brüllen Zoten, die NPD gehört verboten. O - Der Ossi kam mal aus der Tonne, jetzt guckt er prächtig in die Sonne.
P – Ein Pittbull beißt die Rentnerin, der Pudel schaut vor Angst nicht hin. Q – Die Q schreibt man jetzt ohne h und vorne strich man ihr das K
R – Die Royals waren ganz verwundert, die Mum wurd‘ gingetränkte Hundert S – Scientology von unten schlägt, der Schröder gern Armani trägt.
T – Die TVs halten viel von sich, auch Trockenklos sind widerlich. U - Die Unke geht auf Straßen ein, die Umwelt kann uns schnuppe sein.
V - Das Veilchen wird oft überseh'n, dem Volk scheint's ebenso zu geh'n. W - Im world wide web durchs Internet, so kriegt der Walther Fraun fürs Bett.
X - Das X kommt hier nochmal davon, das gleiche gilt für's Y - psilon. Der Zaun ist hin, die Mauer riß, die Zukunft bleibt sehr ungewiß.
"Bittermandel oder Ach wär’ die Welt aus Marzipan" Eine absurde Endzeittragikomödie
Mit Hilfe des Präparates Zyankali 2000 hat ein ganzes Volk kollektiv Selbstmord begangen. Nur ein paar Randexistenzen sind zum Weiterleben verdammt. Während die
einen um die letzten Reste des erlösenden Giftes kämpfen, wollen die anderen ein "neues Volk" gründen.
Wird es mit den "Randgruppen" ein Miteinanderleben-Experiment geben? Gründen sie ein neues Volk? Wie kommen sie aus dem Dilemma? Fragen, die nun beantwortet wurden.
Aber warum spielen wir zum zehnjährigen Jubiläum ausgerechnet dieses Stück? Weil es in einer hochtechnologisierten Welt, die wir nur scheinbar beherrschen, die kleinen Dinge sind, die grosse
Wirkungen haben können. Vielleicht werfen wir mit diesem Stück schon heute einen kurzen Blick auf eine Gesellschaft von morgen, weil wir möglicherweise nur einen kurzen Augenblick nicht wachsam waren...
Das Ende bill: die letzte hure hurt nicht mehr. der letzte bock bockt nicht mehr. der letzte mensch menscht nicht mehr. ha ha ... und der bill billt. ha ha ... sam: spring endlich!!! bill: und dann?
sam: spring! bill: dann dannt das dann. hahaha.
"Finale" Das Beste immer zum Schluss!
5 Wahnsinnige haben die unverfängliche Idee, Kunstwerke zu produzieren. Sie diskutierten und arbeiteten miteinander, bis sich eines Tages der Kopf davonstehlen
will. Das führt zu Verwirrung und Ärger und schließlich hat einer ein sehr einnehmendes Wesen, zeigt allen eine lange Nase und die anderen stehen ziemlich blöd da. Doch die anderen wehren sich.
Ensemble Bitter gibt zum Ende seines Bestehens eine Farce, die das Theater nicht besser hätte bieten können. Es erzählt von verschwiegenen Festivals, von Vertrauen und von Ent-Täuschungen, die zur
Heilung führen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann ...
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